Kuba: Revo­lu­ti­on der Nach­hal­tig­keit

Beitrag vom 04.08.2010

Aus: land & wirt­schaft, jun­ge Welt-Bei­la­ge vom 04.08.2010 Peter Claus­ing Kubas Land­wirt­schaft befin­det sich in einer wich­ti­gen Pha­se, auch wegen der Schlüs­sel­po­si­ti­on, die ihr im Rah­men der wei­te­ren gesell­schaft­li­chen Ent­wick­lung bei­gemes­sen wird. Staats­prä­si­dent Raul Cas­tro sprach von einer »Fra­ge der natio­na­len Sicher­heit«. Ange­sichts der rund 1,5 Mil­li­ar­den US-Dol­lar, die der­zeit noch jähr­lich für Lebens­mit­tel­im­por­te aus­ge­ge­ben wer­den müs­sen, über­rascht es nicht, daß dem Ziel der Ernäh­rungs­sou­ve­rä­ni­tät so hohe Prio­ri­tät ein­ge­räumt wird. Und Kuba hat güns­ti­ge Vor­aus­set­zun­gen, um die­ses Ziel zu errei­chen – trotz wet­ter­be­ding­ter Ern­te­ver­lus­te (im Jahr 2008 wur­de zum Bei­spiel ein Drit­tel der gesam­ten Ern­te durch Hur­ri­kans ver­nich­tet). Denn das Land ver­fügt über opti­ma­le natür­li­che Rah­men­be­din­gun­gen und die nöti­ge Infra­struk­tur für schnel­le Wis­sens­ver­mitt­lung. Daß dies mit einer umwelt­ver­träg­li­chen und damit wirk­lich nach­hal­ti­gen Pro­duk­ti­ons­wei­se mög­lich ist, haben die über 200000 klein­bäu­er­li­chen Fami­li­en­be­trie­be unter Beweis gestellt, die auf inzwi­schen 41 Pro­zent der Acker­flä­che bereits 70 Pro­zent des land­wirt­schaft­li­chen Brut­to­in­lands­pro­dukts erzeu­gen. Rund die Hälf­te von ihnen betreibt Bio­land­bau. Die­se »Revo­lu­ti­on der Nach­hal­tig­keit« wird...

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Zukunft säen – Viel­falt ern­ten

Beitrag vom 27. Dezember 2009

Wir rufen zu einer euro­pa­wei­ten Kam­pa­gne auf: für gen­tech­nik­frei­es Saat­gut, für die Erhal­tung des bäu­er­li­chen Rechts, Samen aus eige­ner Ern­te zu gewin­nen, zu tau­schen und zu ver­mark­ten, für Trans­pa­renz im Saat­gut­be­reich und für lang­fris­ti­ge Ernäh­rungs­sou­ve­rä­ni­tät. Wir weh­ren uns gegen die Mono­po­li­sie­rung des Saat­gu­tes durch trans­na­tio­na­le Kon­zer­ne und eine wei­te­re Ver­schär­fung geis­ti­ger Eigen­tums­rech­te auf Pflan­zen. Weit­ge­hend unbe­ach­tet von der Öffent­lich­keit hat die EU-Kom­mis­si­on 2008 begon­nen, das EU-Saat­gut­ver­kehrs­recht zu über­ar­bei­ten. Die Ände­run­gen sol­len Ende 2010 in Kraft tre­ten. Unter der Bezeich­nung »Bet­ter Regu­la­ti­on« will sie beim Saat­gut­recht Büro­kra­tie abbau­en und die Geset­ze ver­ein­heit­li­chen. Zwölf Richt­li­ni­en regeln bis­her den Saat­gut­ver­kehr in der EU. Jedes Mit­glieds­land setzt sie unter­schied­lich um. Die EU über­trug die Eva­lua­ti­on der der­zei­ti­gen Gesetz­ge­bung pri­va­ten Fir­men unter Lei­tung des Con­sul­ting­bü­ros »Arca­dia«, das bereits mehr­fach für die Gen­tech­nik-Indus­trie tätig war.Nach Inkraft­tre­ten der ers­ten Saat­gut­ver­kehrs- geset­ze in den 1960er Jah­ren hat das inter­na­tio­na­le Busi­ness den Saat­gut­markt ent­deckt. Inzwi­schen kon­trol­lie­ren die zehn füh­ren­den Saat­gut­kon­zer­ne − unter ihnen Bay­er, Mons­an­to, Syn­gen­ta, Lima­grain − 67%...

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Geschäfts­in­ter­es­sen gegen Men­schen­rech­te:
Die mexi­ka­ni­sche Gen-Mais­kon­tro­ver­se

Beitrag vom 01. Dezember 2005

Auf der dies­jäh­ri­gen Mexi­ko-Tagung in Bad Boll, die vom 14. bis 16.10. unter dem The­ma „Gen­mais und Was­ser­pri­va­ti­sie­rung – eine Bedro­hung für die Men­schen­rech­te“ statt­fand, kam es zu kon­tro­ver­sen Dis­kus­sio­nen zwi­schen einem Tagungs­teil­neh­mer und den zu die­sem The­ma ein­ge­la­de­nen mexi­ka­ni­schen Gäs­ten, Aldo Gon­zá­lez Rojas (UNOSJO) und Ana de Ita (CECCAM). Der dor­ti­ge Dis­put reflek­tier­te die inter­na­tio­na­le Kon­tro­ver­se zu die­sem The­ma, die mit einer unlängst ver­öf­fent­lich­ten, frag­wür­di­gen Stu­die erneut auf­flamm­te. Gen­tech­nisch ver­än­der­ter (Gen-) Mais wird in den USA seit 1996 kom­mer­zi­ell ange­baut. Sein Anteil belief sich im Jahr 2000 auf 25% und im Jahr 2003 auf 40% der Mais­an­bau­flä­che der USA. Mexi­ko impor­tier­te in letz­ter Zeit jähr­lich 5-7 Mio t Mais von sei­nem nörd­li­chen Nach­barn. Die Impor­te unter­lie­gen kei­ner Kenn­zeich­nungs­pflicht, so dass der Gen-Mais-Anteil am Gesamt­im­port weder über­prüft wird noch bekannt ist. Zwar erließ die mexi­ka­ni­sche Regie­rung im Jahr 1998 ein Ver­bot für Anbau und Feld­ver­su­che mit Gen-Mais, unter­nahm aber kei­ne wei­te­ren Anstren­gun­gen, um die boden­stän­di­gen Mais­sor­ten im Ursprungs­land die­ser Nutz­pflan­ze...

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