Pri­va­te Stif­tun­gen – Speer­spit­ze der glo­ba­len Agrar­kon­zer­ne?

Beitrag vom 14.12.2015

Von Peter Claus­ing Die „neu­en Phil­an­thro­pen“, wie sich die Mil­li­ar­dä­re des 21. Jahr­hun­derts nen­nen, schaf­fen mit ihren Stif­tun­gen unter Umge­hung demo­kra­ti­scher Ent­schei­dungs­pro­zes­se die Vor­aus­set­zun­gen für die Aus­deh­nung der Märk­te trans­na­tio­na­ler Kon­zer­ne. Ver­brämt durch einen Dis­kurs der Armuts­be­kämp­fung, för­dern sie die Ent­ste­hung einer neu­en agra­ri­schen Mit­tel­schicht im sub­sa­ha­ri­schen Afri­ka, die aus­rei­chend zah­lungs­kräf­tig ist, um sich die Seg­nun­gen einer neu­en Grü­nen Revo­lu­ti­on leis­ten zu kön­nen. Man­gel an Demo­kra­tie ist eine wesent­li­che Vor­aus­set­zung dafür. Zwar behaup­tet die Grü­ne Revo­lu­ti­on 2.0, dass sie die afri­ka­ni­schen Klein­bäue­rIn­nen aus der Armuts­fal­le zie­hen wol­le, doch gera­de die­se pro­fi­tie­ren nicht davon! Die eigent­li­chen Nutz­nie­ßer des neu­en land­wirt­schaft­li­chen Booms sind – wie Unter­su­chun­gen in Kenia und Sam­bia zei­gen – rei­che Städ­ter, in der Mehr­zahl Regie­rungs­an­ge­stell­te, die sich in die Land­wirt­schaft ein­kau­fen. Das ers­te Anzei­chen für eine neue „Grü­ne Revo­lu­ti­on“ gab es 1997, als Gor­don Con­way, der kurz dar­auf zum Prä­si­den­ten der Rocke­fel­ler-Stif­tung ernannt wur­de, sein Buch „The Dou­bly Green Revo­lu­ti­on: Food for All in the Twen­ty-first Cen­tu­ry”, ver­öf­fent­lich­te (1)....

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Lan­dun­ge­rech­tig­keit: Hun­ger und Migra­ti­on

Beitrag vom 10.2.2015

Der chro­ni­sche Nah­rungs­man­gel im sub­sa­ha­ri­schen Afri­ka hängt mit der Ungleich­heit im Besitz von Grund und Boden zusam­men. Eine Abwan­de­rung in die Städ­te lin­dert die Not in der Regel nicht. Von Peter Claus­ing In den Län­dern süd­lich der Saha­ra, dem soge­nann­ten sub­sa­ha­ri­sche Afri­ka, leben über 200 Mil­lio­nen chro­nisch hun­gern­de Men­schen – das sind etwa 30 Pro­zent der dor­ti­gen Bevöl­ke­rung. Davon sind vor allem die auf dem Land leben­den Men­schen betrof­fen, für die »chro­ni­scher Hun­ger« zumeist bedeu­tet, dass er all­jähr­lich wie­der­kehrt, näm­lich dann, wenn die eige­nen Vor­rä­te zur Nei­ge gehen und das Geld nicht reicht, um zusätz­li­che Lebens­mit­tel zu kau­fen. Die­se Peri­ode kann meh­re­re Wochen bis meh­re­re Mona­te dau­ern – je nach­dem wie die vor­he­ri­ge Ern­te aus­fiel. Typisch ist das für Betrie­be, bei denen die land­wirt­schaft­lich bear­bei­te­te Flä­che unter einer Grö­ße von zwei Hekt­ar liegt. 80 Pro­zent der afri­ka­ni­schen Bäue­rin­nen und Bau­ern bewirt­schaf­ten der­art klei­ne Flä­chen und ernäh­ren damit mehr schlecht als recht eine oft­mals sechs- bis acht­köp­fi­ge Fami­lie. In Mala­wi zum...

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Mexi­ko: Kli­ma­wan­del, Land­wirt­schaft und Men­schen­rech­te

Beitrag vom 02.12.2010

Von Peter Claus­ing Kli­ma­wan­del und Land­wirt­schaft Nach Ein­schät­zun­gen des Welt­kli­ma­ra­tes (IPCC) wird in Mexi­ko der Ver­lust an land­wirt­schaft­li­cher Nutz­flä­che bis zum Jahr 2050 zwi­schen 13 und 27 Pro­zent betra­gen. Eine düs­te­re Per­spek­ti­ve mit Blick auf das völ­ker­recht­lich garan­tier­te Recht auf Nah­rung wie es unter ande­rem im Pakt über zivi­le und poli­ti­sche Rech­te (Arti­kel 6) und im Pakt über wirt­schaft­li­che, sozia­le und kul­tu­rel­le Rech­te (Arti­kel 11 und 12) zuge­si­chert ist. Die Leid­tra­gen­den die­ser Ent­wick­lung sind vor allem jene 40 Mil­lio­nen Mexi­ka­ner, die mit weni­ger als drei Dol­lar pro Tag aus­kom­men müs­sen – eine Zahl, die die 7,5 Mil­lio­nen mexi­ka­ni­schen Indi­ge­nas nahe­zu voll­stän­dig ein­schließt. Rund ein Vier­tel der rund 100 Mil­lio­nen Ein­woh­ner Mexi­kos haben bereits jetzt unter den Fol­gen extre­mer Wet­ter­erschei­nun­gen zu lei­den. Wäh­rend der Süd­os­ten in letz­ter Zeit regel­mä­ßig von Über­schwem­mun­gen infol­ge der häu­fi­ger auf­tre­ten­den Hur­ri­ka­ne heim­ge­sucht wird, gibt es in ande­ren Tei­len die­ses Lan­des, das unge­fähr fünf­mal so groß ist wie die Bun­des­re­pu­blik, aus­ge­dehn­te Dür­re­pe­ri­oden. Die Hälf­te der Flä­che Mexi­kos,...

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