Tur­bo­ko­lo­nia­lis­mus

Beitrag vom 28. April 2009

Vor knapp einem Jahr erober­ten Berich­te über Hun­ger­auf­stän­de als Fol­ge der explo­die­ren­den Lebens­mit­tel­prei­se in den Län­dern des Südens die Schlag­zei­len. Allein von Janu­ar bis Mai 2008 kam es in elf Län­dern Afri­kas, Asi­ens und der Kari­bik zu der­ar­ti­gen Revol­ten. Von den zum Teil gewalt­sa­men, vor allem aber gewalt­sam unter­drück­ten Pro­tes­ten wur­de denen in Kame­run (Febru­ar 2008) und Hai­ti (April 2008) die meis­te Beach­tung geschenkt. Nach kur­zer Zeit wur­de das The­ma durch die ers­ten Ein­ge­ständ­nis­se einer welt­wei­ten Finanz- und Wirt­schafts­kri­se von den Titel­sei­ten der Welt­pres­se ver­drängt. Die Prei­se für land­wirt­schaft­li­che Pro­duk­te sind inzwi­schen wie­der deut­lich gesun­ken. Zum Bei­spiel wird von der Welt­ernäh­rungs­or­ga­ni­sa­ti­on der Preis für eine Ton­ne Mais mit 170 US-Dol­lar ange­ge­ben, gegen­über 240 Dol­lar im April vori­gen Jah­res. Ähn­lich beim Wei­zen, für den die Welt­markt­prei­se vor zwölf Mona­ten rund 60 Pro­zent höher lagen. Deu­tet dies auf eine Ent­span­nung im Ernäh­rungs­sek­tor hin? Die Exper­ten sagen nein. Man ist sich einig, daß die Welt­ernäh­rungs­si­tua­ti­on einer dra­ma­ti­schen Zuspit­zung ent­ge­gen­steu­ert. Dar­an ändert weder der...

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