Gastbeitrag: Grüner Landraub durch Naturschutz
von Rene Vesper Hausarbeit bei Prof. K.-H. Erdmann, Geografisches Institut, Universität Bonn. Die Arbeit kann HIER herunter geladen werden. Nachstehend ein Auszug aus der Einleitung: Im 21. Jahrhundert blickt der globale Norden mit Demut auf die vergangenen zwei Jahrhunderte zurück, in denen im Zuge der Industrialisierung und Globalisierung die Ressourcen des Planeten in großem Stile ausgebeutet wurden. Während das Wissen um das Ausmaß globaler Umweltzerstörung zunimmt, wird der Ruf nach mehr Umweltschutz in der Öffentlichkeit lauter. Auch die weltweit größten Umweltschutz-Nichtregierungsorganisationen (NGOs) haben sich unlängst grüne Agenden auf die Fahnen geschrieben. Durch ein hohes Spendengeldaufkommen, eigene Umweltfonds, Umweltschutzprojekte und eigene Zertifikatsysteme haben sie einen großen Einfluss in Umweltdiskursen erlangt. Ihre Position im internationalen Umweltregime ist jedoch umstritten, da es in einigen ihrer Projekte zu gewaltvollen Vertreibungen und anderen Menschenrechtverletzungen kam (Schmidt-Soltau 2005, 284-285, In: Pedersen 2008, 32; CLA & VEG 2015). Da unlängst auch eine große Bandbreite von VertreterInnen aus der Industrie mit umweltfreundlichen Werbespots, Slogans und CSR-Umweltprojekten4 aufwarteten, stellt...
Lesezeit: 2 MinutenNaturschutz im Spannungsfeld
Kommentierte Präsentation zu einem am 10. November 2011 im Rahmen des Wuppertaler Nord-Süd-Kolloquiums gehaltenen Vortrag.
Lesezeit: < 1 MinuteFragwürdige Nachhaltigkeit: Naturschutzgebiete im Süden
Präsentation zu einem Vortrag, der am 01.02.2011 im Rahmen der Vortragsreihe „Einstieg in Nachhaltige Entwicklung“ an der Humboldt-Universität Berlin gehalten wurde.
Lesezeit: < 1 MinuteNaturschutz im Kolonialstil
Erschienen in “junge Welt” vom 09.06.2010 Peter Clausing Naturschutz hat – von wenigen Ausnahmen abgesehen – sein positives Image bis zum heutigen Tag bewahrt. Naturschutz scheint von rassistischen und kolonialistischen Ideologien weit entfernt zu sein. Das liegt vermutlich daran, daß beispielsweise der bayerische Nationalpark oder das Biosphärenreservat Schorfheide nicht unbedingt kolonial-rassistische Assoziationen erzeugen. Ferner kann es einem so vorkommen, als ob Naturschutzgebiete nicht mit Rassismus und Kolonialismus in Verbindung gebracht werden können, weil sie scheinbar nicht mit Menschen zu tun haben. Ein Blick in die Geschichte zeigt, daß beide Annahmen nicht zutreffen. Naturschützer wie Hans-Dieter Knapp, Leiter der Naturschutzakademie Vilm, behaupten unter Bezugnahme auf den Yellowstone-Nationalpark unreflektiert, daß Nationalparks heute die international erfolgreichste Schutzgebietskategorie seien. Dabei ignorieren sie das zutiefst koloniale Erbe des Modells »Nationalpark«, das in den USA »erfunden« wurde. Einer der ersten, der Yellowstone-Nationalpark, erwies sich in mehrfacher Hinsicht als Prototyp: Seine Schaffung war mit der gewaltsamen Vertreibung der dort lebenden Bevölkerung verbunden, er entsprach von Anbeginn dem...
Lesezeit: 9 MinutenReale Alternativen
Erschienen in „junge Welt“ vom 18.11.2009 Peter Clausing Hintergrund. Wider das agroindustrielle Doping – eine andere Landwirtschaft ist möglich. Überlegungen anläßlich des diesjährigen Welternährungsgipfels Noch bis zum heutigen Mittwoch findet in Rom der Welternährungsgipfel statt. Der nach 1996 und 2002 dritte Gipfel weist in mehrfacher Hinsicht Besonderheiten auf. Nie zuvor waren Machtkonzentration und Verflechtung von Agrar- und Biotechnologiekonzernen, lebensmittelverarbeitender Industrie und Handelsketten so groß. Doch auch die Sackgasse, in die diese Entwicklung führt, war noch nie so deutlich erkennbar. So wächst vor dem Hintergrund der globalen kapitalistischen Krise und einer steigenden Zahl hungernder Menschen die Notwendigkeit, einen Ausweg aus dieser Situation zu finden. Internationale Bewegungen wie Via Campesina, die solche Alternativen einfordern und praktizieren, finden zunehmend Gehör. Nationale Initiativen wie die brasilianische Bewegung der Landlosen (MST in portugiesischer Abkürzung) sind auf der Basis jahrelanger Kampferfahrung fest etabliert und können beachtliche Erfolge vorweisen.1 Den ganzen Beitrag lesen
Lesezeit: 9 MinutenDavid gegen Goliath?
Zwei unvereinbare Perspektiven zur Zukunft der Welternährung Spätestens seit den »Brotrevolten« von 2007 und 2008, mit denen die Menschen in rund 40 Ländern auf die Explosion der Lebensmittelpreise reagierten, ist die Ernährungskrise ein bleibendes Thema in den Medien und in der offiziellen Politik. Dabei ist die Krise eher ein gigantischer Skandal, denn den alljährlich neun Millionen Hungertoten und mehr als einer Milliarde chronisch Hungernder steht eine Nahrungsmittelmenge gegenüber, die genügen würde, um alle Menschen ausreichend zu versorgen. Folglich mangelt es in erster Linie an einem »globalen« politischen Willen, ein Mangel, der zum Beispiel in der Tolerierung und vielfach sogar Förderung der Flächenkonkurrenz zwischen Agrotreibstoff- und Nahrungsmittelproduktion zum Ausdruck kommt. Doch das Thema Welternährung steht nicht nur aufgrund von Preisexplosionen und Hungerprotesten auf der Tagesordnung. Unterschiedliche Modellrechnungen prognostizieren bei einer globalen Zunahme der Durchschnittstemperatur von etwa drei Grad Celsius regionale Ernteeinbußen zwischen 20 und 50 Prozent, je nachdem, ob man die Ernteausfälle infolge von Überflutungen und Dürreperioden mit einrechnet oder den...
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