Gast­bei­trag: Grü­ner Land­raub durch Natur­schutz

Beitrag vom 12.07.2016

von Rene Ves­per Haus­ar­beit bei Prof. K.-H. Erd­mann, Geo­gra­fi­sches Insti­tut, Uni­ver­si­tät Bonn. Die Arbeit kann HIER her­un­ter gela­den wer­den. Nach­ste­hend ein Aus­zug aus der Ein­lei­tung: Im 21. Jahr­hun­dert blickt der glo­ba­le Nor­den mit Demut auf die ver­gan­ge­nen zwei Jahr­hun­der­te zurück, in denen im Zuge der Indus­tria­li­sie­rung und Glo­ba­li­sie­rung die Res­sour­cen des Pla­ne­ten in gro­ßem Sti­le aus­ge­beu­tet wur­den. Wäh­rend das Wis­sen um das Aus­maß glo­ba­ler Umwelt­zer­stö­rung zunimmt, wird der Ruf nach mehr Umwelt­schutz in der Öffent­lich­keit lau­ter. Auch die welt­weit größ­ten Umwelt­schutz-Nicht­re­gie­rungs­or­ga­ni­sa­tio­nen (NGOs) haben sich unlängst grü­ne Agen­den auf die Fah­nen geschrie­ben. Durch ein hohes Spen­den­geld­auf­kom­men, eige­ne Umwelt­fonds, Umwelt­schutz­pro­jek­te und eige­ne Zer­ti­fi­kat­sys­te­me haben sie einen gro­ßen Ein­fluss in Umwelt­dis­kur­sen erlangt. Ihre Posi­ti­on im inter­na­tio­na­len Umwelt­re­gime ist jedoch umstrit­ten, da es in eini­gen ihrer Pro­jek­te zu gewalt­vol­len Ver­trei­bun­gen und ande­ren Men­schen­recht­ver­let­zun­gen kam (Schmidt-Sol­tau 2005, 284-285, In: Peder­sen 2008, 32; CLA & VEG 2015). Da unlängst auch eine gro­ße Band­brei­te von Ver­tre­te­rIn­nen aus der Indus­trie mit umwelt­freund­li­chen Wer­be­spots, Slo­gans und CSR-Umwelt­pro­jek­ten4 auf­war­te­ten, stellt...

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Natur­schutz im Span­nungs­feld

Beitrag vom 10.11.2011

Kom­men­tier­te Prä­sen­ta­ti­on zu einem am 10. Novem­ber 2011 im Rah­men des Wup­per­ta­ler Nord-Süd-Kol­lo­qui­ums gehal­te­nen Vor­trag.

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Frag­wür­di­ge Nach­hal­tig­keit: Natur­schutz­ge­bie­te im Süden

Beitrag vom 04.02.2011

Prä­sen­ta­ti­on zu einem Vor­trag, der am 01.02.2011 im Rah­men der Vor­trags­rei­he „Ein­stieg in Nach­hal­ti­ge Ent­wick­lung“ an der Hum­boldt-Uni­ver­si­tät Ber­lin gehal­ten wur­de.

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Natur­schutz im Kolo­ni­al­stil

Beitrag vom 09.06.2010

Erschie­nen in “jun­ge Welt” vom 09.06.2010 Peter Claus­ing Natur­schutz hat – von weni­gen Aus­nah­men abge­se­hen – sein posi­ti­ves Image bis zum heu­ti­gen Tag bewahrt. Natur­schutz scheint von ras­sis­ti­schen und kolo­nia­lis­ti­schen Ideo­lo­gien weit ent­fernt zu sein. Das liegt ver­mut­lich dar­an, daß bei­spiels­wei­se der baye­ri­sche Natio­nal­park oder das Bio­sphä­ren­re­ser­vat Schorf­hei­de nicht unbe­dingt kolo­ni­al-ras­sis­ti­sche Asso­zia­tio­nen erzeu­gen. Fer­ner kann es einem so vor­kom­men, als ob Natur­schutz­ge­bie­te nicht mit Ras­sis­mus und Kolo­nia­lis­mus in Ver­bin­dung gebracht wer­den kön­nen, weil sie schein­bar nicht mit Men­schen zu tun haben. Ein Blick in die Geschich­te zeigt, daß bei­de Annah­men nicht zutref­fen. Natur­schüt­zer wie Hans-Die­ter Knapp, Lei­ter der Natur­schutz­aka­de­mie Vilm, behaup­ten unter Bezug­nah­me auf den Yel­low­stone-Natio­nal­park unre­flek­tiert, daß Natio­nal­parks heu­te die inter­na­tio­nal erfolg­reichs­te Schutz­ge­biets­ka­te­go­rie sei­en. Dabei igno­rie­ren sie das zutiefst kolo­nia­le Erbe des Modells »Natio­nal­park«, das in den USA »erfun­den« wur­de. Einer der ers­ten, der Yel­low­stone-Natio­nal­park, erwies sich in mehr­fa­cher Hin­sicht als Pro­to­typ: Sei­ne Schaf­fung war mit der gewalt­sa­men Ver­trei­bung der dort leben­den Bevöl­ke­rung ver­bun­den, er ent­sprach von Anbe­ginn dem...

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Rea­le Alter­na­ti­ven

Beitrag vom 18. November 2009

Erschie­nen in „jun­ge Welt“ vom 18.11.2009 Peter Claus­ing Hin­ter­grund. Wider das agro­in­dus­tri­el­le Doping – eine ande­re Land­wirt­schaft ist mög­lich. Über­le­gun­gen anläß­lich des dies­jäh­ri­gen Welt­ernäh­rungs­gip­fels Noch bis zum heu­ti­gen Mitt­woch fin­det in Rom der Welt­ernäh­rungs­gip­fel statt. Der nach 1996 und 2002 drit­te Gip­fel weist in mehr­fa­cher Hin­sicht Beson­der­hei­ten auf. Nie zuvor waren Macht­kon­zen­tra­ti­on und Ver­flech­tung von Agrar- und Bio­tech­no­lo­gie­kon­zer­nen, lebens­mit­tel­ver­ar­bei­ten­der Indus­trie und Han­dels­ket­ten so groß. Doch auch die Sack­gas­se, in die die­se Ent­wick­lung führt, war noch nie so deut­lich erkenn­bar. So wächst vor dem Hin­ter­grund der glo­ba­len kapi­ta­lis­ti­schen Kri­se und einer stei­gen­den Zahl hun­gern­der Men­schen die Not­wen­dig­keit, einen Aus­weg aus die­ser Situa­ti­on zu fin­den. Inter­na­tio­na­le Bewe­gun­gen wie Via Cam­pe­si­na, die sol­che Alter­na­ti­ven ein­for­dern und prak­ti­zie­ren, fin­den zuneh­mend Gehör. Natio­na­le Initia­ti­ven wie die bra­si­lia­ni­sche Bewe­gung der Land­lo­sen (MST in por­tu­gie­si­scher Abkür­zung) sind auf der Basis jah­re­lan­ger Kampf­erfah­rung fest eta­bliert und kön­nen beacht­li­che Erfol­ge vorweisen.1 Den gan­zen Bei­trag lesen

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David gegen Goli­ath?

Beitrag vom 05. August 2009

Zwei unver­ein­ba­re Per­spek­ti­ven zur Zukunft der Welt­ernäh­rung Spä­tes­tens seit den »Brot­re­vol­ten« von 2007 und 2008, mit denen die Men­schen in rund 40 Län­dern auf die Explo­si­on der Lebens­mit­tel­prei­se reagier­ten, ist die Ernäh­rungs­kri­se ein blei­ben­des The­ma in den Medi­en und in der offi­zi­el­len Poli­tik. Dabei ist die Kri­se eher ein gigan­ti­scher Skan­dal, denn den all­jähr­lich neun Mil­lio­nen Hun­ger­to­ten und mehr als einer Mil­li­ar­de chro­nisch Hun­gern­der steht eine Nah­rungs­mit­tel­men­ge gegen­über, die genü­gen wür­de, um alle Men­schen aus­rei­chend zu ver­sor­gen. Folg­lich man­gelt es in ers­ter Linie an einem »glo­ba­len« poli­ti­schen Wil­len, ein Man­gel, der zum Bei­spiel in der Tole­rie­rung und viel­fach sogar För­de­rung der Flä­chen­kon­kur­renz zwi­schen Agro­treib­stoff- und Nah­rungs­mit­tel­pro­duk­ti­on zum Aus­druck kommt. Doch das The­ma Welt­ernäh­rung steht nicht nur auf­grund von Preis­explo­sio­nen und Hun­ger­pro­tes­ten auf der Tages­ord­nung. Unter­schied­li­che Modell­rech­nun­gen pro­gnos­ti­zie­ren bei einer glo­ba­len Zunah­me der Durch­schnitts­tem­pe­ra­tur von etwa drei Grad Cel­si­us regio­na­le Ern­te­ein­bu­ßen zwi­schen 20 und 50 Pro­zent, je nach­dem, ob man die Ern­te­aus­fäl­le infol­ge von Über­flu­tun­gen und Dür­re­pe­ri­oden mit ein­rech­net oder den...

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