Mit Gewalt gegen Hun­ger

Beitrag vom 18.05.2010

Erschie­nen in „jun­ge Welt“ vom 18.05.2010 Peter Claus­ing Vor zwei Jah­ren gab es in zahl­rei­chen Län­dern des Südens soge­nann­te Hun­ger­re­vol­ten (Food Riots). Sie erreg­ten soviel Auf­se­hen, daß ihnen über einen län­ge­ren Zeit­raum Platz in den Schlag­zei­len der Welt­pres­se ein­ge­räumt wur­de. Wich­ti­ge Main­stream-Zei­tun­gen und -Zeit­schrif­ten wid­me­ten dem The­ma wie­der­holt Bei­trä­ge. Ein gemein­sa­mes Merk­mal vie­ler die­ser Berich­te war die Her­vor­he­bung des »chao­ti­schen« und »gewalt­tä­ti­gen« Cha­rak­ters der Pro­tes­te, ein Kli­schee, das bekannt­lich nicht auf Food Riots beschränkt ist, son­dern auch bei ande­ren Pro­tes­ten zur Anwen­dung kommt. Die­se Ver­un­glimp­fung fiel jedoch damals auf­grund der bei­spiel­lo­sen zeit­li­chen Dich­te und der glo­ba­len Ver­brei­tung des Phä­no­mens beson­ders ins Auge. Immer­hin kam es inner­halb Jah­res­frist (2007/2008) zu Hun­ger­re­vol­ten in min­des­tens 40 Län­dern. Allein in den sechs Wochen von Ende Febru­ar bis Anfang April 2008 wur­de über Pro­tes­te in acht ver­schie­de­nen Län­dern Asi­ens und Afri­kas berich­tet, die sich zum Teil lan­des­weit aus­dehn­ten. Das ließ bei zahl­rei­chen Sicher­heits­exper­ten die Alarm­glo­cken schril­len und gab den ein­schlä­gi­gen Think-tanks und mäch­ti­gen Insti­tu­tio­nen Anlaß...

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Food Riots sind kei­ne „chao­ti­schen Gewalt­aus­brü­che“

Beitrag vom 16.02.2010

Erschie­nen in der IMI-Zeit­schrift AUSDRUCK (Febru­ar 2010) Klaus Peder­sen Die Zukunft ver­heißt nichts Gutes. Exper­ten rech­nen mit einer Ver­dopp­lung der Zahl der chro­nisch hun­gern­den Men­schen bis zum Jahr 2030.1 Das Schei­tern des Kli­ma­gip­fels in Kopen­ha­gen im Dezem­ber 2009 und das kaum über­ra­schen­de Behar­ren auf den bis­he­ri­gen Posi­tio­nen der Land­wirt­schafts- und Ernäh­rungs­po­li­tik sei­tens der füh­ren­den Indus­trie­län­der las­sen ver­mu­ten, dass die Zuspit­zung der Welt­ernäh­rungs­kri­se noch dra­ma­ti­scher ver­lau­fen wird als bis­her ein­ge­stan­den – ein Trend, der Erin­ne­run­gen an die Hun­ger­re­vol­ten der jüngs­ten Zeit wach ruft. In den Jah­ren 2007/2008 wur­de über „Food Riots“ in 39 Län­dern berich­tet. Zeit­li­che Dich­te und glo­ba­le Ver­brei­tung die­ser Ereig­nis­se waren bei­spiel­los und weck­ten auf unsanf­te Wei­se ent­spre­chen­de Sicher­heits­be­den­ken in den Zen­tren der Macht. Da die Wie­der­kehr von Hun­ger­re­vol­ten nur eine Fra­ge der Zeit ist, macht es Sinn, sich mit die­sem The­ma auch dann zu beschäf­ti­gen, wenn es nicht unmit­tel­bar die Schlag­zei­len der Welt­pres­se beherrscht. Die Sor­gen der Eli­ten „Wenn es zu einem Klas­sen­kampf kommt, dann unter­mi­niert das die...

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Ver­an­stal­tungs­rei­he in Ber­lin vom 18.02. bis 19.04.2010

Beitrag vom 18.02.2010

Unter dem Titel Frisch ser­viert vom Kri­sen­herd läuft im genann­ten Zeit­raum eine Serie von Ver­an­stal­tun­gen in Vor­be­rei­tung auf den Via-Cam­pe­si­na-Tag (17.04.2010). Das voll­stän­di­ge Pro­gramm ist unter die­sem Link abruf­bar. Am 21.02.2010 gibt es eine Ver­an­stal­tung zu Food Riots. Hier die dazu­ge­hö­ri­ge Prä­sen­ta­ti­on als Live-View (Flash) | PDF.

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Kom­men­tiert: The Coming Food Coups by Nat­si­os & Doley

Beitrag vom 31. August 2009

In ihrem Bei­trag „The Coming Food Coups“, der im Janu­ar 2009 im Washing­ton Quar­te­ly erschien, das vom Cen­ter for Stra­te­gic and Inter­na­tio­nal Stu­dies her­aus­ge­ge­ben wird, befas­sen sich Nat­si­os und Doley mit den huma­ni­tä­ren, poli­ti­schen und Sicher­heits­kon­se­quen­zen der Preis­explo­sio­nen bei Nah­rungs­mit­teln. Dabei ist für sie die Fami­ne Theo­ry ein hilf­rei­ches Werk­zeug, also die Theo­rie von den Hun­gers­nö­ten, „a body of know­ledge about the microe­co­no­mic dyna­mics of fami­nes, the vul­nerabi­li­ty of peo­p­le to food pri­ce shocks, and the com­mon pat­terns of beha­vi­or peo­p­le use to try to sur­vi­ve in dif­fe­rent stages of a fami­ne„. Ihrer Mei­nung nach müs­sen Poli­ti­ker aus­ge­rüs­tet sein, um die Sicher­heits- (und ande­re) Kon­se­quen­zen der­ar­ti­ger Ent­wick­lun­gen zu mini­mie­ren. Dabei betrach­ten sie – im Gegen­satz zu Paul Col­lier (vgl. Medi­en-Offen­si­ve des Agro­busi­ness [1]) – die Rück­nah­me von Sub­ven­tio­nen (z.B. für Agro­treib­stof­fe) in einer bür­ger­li­chen Demo­kra­tie als unrea­lis­tisch. »The likeli­hood of a sub­stan­ti­al reduc­tion in U.S. corn-based etha­nol sub­si­dies is unli­kely. Once demo­cra­tic govern­ments begin to sub­si­di­ze some­thing, with­dra­wing the sub­s­idy...

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